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Therapeutische Peptide · Profil #77

Lanreotid

“Langwirksames Somatostatin-Analogon”

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Was ist Lanreotid?

Lanreotid (Somatuline Autogel®/Depot®) ist ein synthetisches Octapeptid-Analogon von Somatostatin, entwickelt von Beaufour Ipsen (jetzt Ipsen).

Es bindet bevorzugt an Somatostatin-Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 – denselben Subtypen, die in GH-sezernierenden Hypophysenadenomen und neuroendokrinen Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems (GEP-NET) überexprimiert sind. Die Autogel-Formulierung bildet bei subkutaner Injektion ein Depot, das 28 Tage lang kontrolliert freisetzt. FDA-Zulassung für NET 2007, EMA-Zulassung für Akromegalie bereits früher.

Wofür wird Lanreotid erforscht?

  • — Akromegalie (GH/IGF-1-Suppression)
  • — Neuroendokrine Tumoren (GEP-NET, Karzinoid)
  • — TSH-sezernierende Hypophysenadenome
  • — Karzinoid-Syndrom (Flush, Diarrhoe)
  • — Pankreatitis-Prävention post-ERCP
  • — Polyzystische Leber/Nierenerkrankung (experimentell)

Wie ist der Forschungsstand?

Evidenzlevel: zugelassen.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Wie lang ist die Halbwertszeit?

Nach Autogel-Depot: effektive Freisetzung über 28 Tage. Terminale Halbwertszeit ca. 23–30 Tage.

Wie wird Lanreotid in der Forschung angewendet?

Tief subkutan (gluteal): 60–120 mg alle 28 Tage. Startdosis bei Akromegalie: 90 mg/Monat. Bei NET: 120 mg/Monat. Selbstinjektion möglich.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Lanreotid gehört zur zweiten Generation der Somatostatin-Analoga (nach Octreotid). Der entscheidende Entwicklungsschritt war die Autogel-Formulierung: Ein hochvisköses, wasserfreies Gel, das bei tiefer subkutaner Injektion ein Depot bildet und Lanreotid über 28 Tage kontrolliert freisetzt – im Gegensatz zur täglichen (natives Somatostatin) oder dreimal täglichen Injektion.

Wirkmechanismus

  • SSTR2-Bindung: Hauptsächlich → Hemmung der GH-Sekretion in Somatotropinomen
  • SSTR5-Bindung: Ergänzend → Insulinsekretion, Glucagonhemmung
  • Antiproliferativ: Via SSTR2/5 → Tumorzellproliferation↓, Apoptose↑ bei NET
  • Vasokonstriktion: Reduziert splanchnischen Blutfluss → Karzinoidsyndrom-Kontrolle

Forschungsstand

Die CLARINET-Studie (2014) etablierte Lanreotid als First-Line-Therapie für gut differenzierte, nicht-funktionierende GEP-NET: Progressionsfreies Überleben signifikant verlängert vs. Placebo (medianes PFS nicht erreicht vs. 18 Monate). Dies führte zur FDA-Zulassung für NET 2014.

Bei Akromegalie zeigt Lanreotid bei ca. 50–60 % der Patienten biochemische Kontrolle (GH < 2,5 µg/L, IGF-1 normal). Es ist Octreotid LAR in Wirksamkeit und Verträglichkeit gleichwertig, bietet aber Vorteile in der Handhabung.

Studien

Welche Studien gibt es zu Lanreotid?

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