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Neuromedin U

NMU – Sättigungsneuropeptid und Stressmediator

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Was ist Neuromedin U?

Neuromedin U (NMU) ist ein endogenes Neuropeptid, 1985 aus Schweine-Rückenmark isoliert.

Es existiert in einer kurzen (8 AS, NMU8) und einer langen Form (25 AS beim Menschen, NMU25). NMU wird im Hypothalamus (Nucleus arcuatus, paraventrikulärer Nucleus), Hirnstamm (NTS, Area Postrema) und im GI-Trakt exprimiert. Es bindet an zwei G-Protein-gekoppelte Rezeptoren: NMU1R (Gq, peripher: GI-Trakt, Uterus, Niere) und NMU2R (Gq, ZNS: Hypothalamus, Hirnstamm). Im Hypothalamus hemmt NMU Nahrungsaufnahme und aktiviert die HPA-Achse (CRH↑ → Cortisol). Es fungiert als Stresssignal und Sättigungs-Modulator.

Wofür wird Neuromedin U erforscht?

  • Appetit-Hemmung und Adipositas
  • HPA-Achsen-Aktivierung (Stressrespons)
  • Energie-Homöostase und Thermogenese
  • GI-Motilität und Magenentleerung
  • Schmerzsignaling
  • Nieren-Funktion und Blutdruck
  • Immunmodulation

Wie ist der Forschungsstand?

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Wie lang ist die Halbwertszeit?

Sehr kurz im Plasma (<5 Minuten). Durch Peptidasen rasch abgebaut.

Wie wird Neuromedin U in der Forschung angewendet?

Kein Therapeutikum. Forschungs-i.c.v.-Dosen: 1–10 nmol. NMU2R-Agonisten als Adipositas-Kandidaten in früher präklinischer Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Neuromedin U wurde ursprünglich nach seiner Fähigkeit benannt, den Uterus zu kontrahieren (Neuromedin = aus Nervengewebe; U = Uterus). Die Entdeckung seiner Rolle in der Appetitkontrolle kam später und überraschte.

Wie GLP-1 und PYY ist NMU ein Gut-Brain-Signalmolekül: nach der Mahlzeit freigesetzt und zur Hemmung weiterer Nahrungsaufnahme beitragend. Anders als GLP-1 hat NMU eine starke Stresskomponente (HPA-Achse) – chronische NMU-Gabe verursacht Stresssymptome in Tiermodellen.

Wirkmechanismus

  • NMU2R im Hypothalamus (Arc, PVN): Nahrungsaufnahme↓, Energieverbrauch↑, Thermogenese in braunem Fettgewebe↑
  • CRH-Aktivierung: NMU → CRH↑ im PVN → Cortisol → HPA-Stress-Kaskade
  • POMC-Neuronen: Aktivierung anorexigener POMC-Neuronen im Arcuatus
  • NMU1R peripher: GI-Motilität-Modulation, Magenentleerung-Hemmung
  • Thermogenese: Braunfett-Aktivierung → erhöhter Energieverbrauch

Verwandte Peptide

  • Neuromedin S (NMS): 36 AS, strukturell ähnlich, bindet NMU1R und NMU2R
  • Neuromedin N (NN): Neurotensin-verwandt (6 AS, C-terminaler Teil des Neurotensin-Vorläufers)
  • Neuromedin B (NMB): Bombesin-verwandtes Peptid (GI-Wirkungen)

Neuromedin-Familie ist diverse – nicht alle Neuromedin-Peptide sind direkt verwandt.

Unterschiede zu GLP-1 als Adipositas-Target

NMU und GLP-1 hemmen beide Nahrungsaufnahme, wirken aber auf unterschiedlichen Wegen:

  • GLP-1: direkte Wirkung auf Hypothalamus, Hirnstamm (kein HPA-Stress)
  • NMU: starke HPA-Achsen-Aktivierung → Cortisol → potentiell metabolisch nachteilig bei Dauertherapie

Einschränkungen

HPA-Aktivierung als Nebenwirkung bei Dauertherapie problematisch (Cortisol → metabolisches Syndrom). Kurze Halbwertszeit. Keine Humandaten. Therapie-Entwicklung wegen HPA-Effekten schwierig.

STUDIEN

Welche Studien gibt es zu Neuromedin U?

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

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