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TIP39

Tuberoinfundibular Peptide 39 – PTH2R-Ligand und Schmerzmodulator

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Was ist TIP39?

TIP39 (Tuberoinfundibular Peptide of 39 Residues, ALERAAIFSDIQELRREMLHQIQQRRKELVEALHRAYGFP-OH) ist ein 39-Aminosäuren-Peptid, das 2002 von Dobolyi und Usdin als endogener Ligand des Parathormon-Typ-2-Rezeptors (PTH2R) identifiziert wurde.

PTH2R war bis dahin ein Orphan-Rezeptor; PTH/PTHrP banden PTH2R mit sehr schwacher Affinität. TIP39 bindet PTH2R mit hoher Affinität. TIP39 wird im Subparafaszikulären Kern (SPF) des Thalamus und in einigen Hirnstammregionen exprimiert. TIP39 → PTH2R im Hinterhorn des Rückenmarks → Aktivierung → erhöhte Schmerzsensibilität (pro-nozizeptiv). TIP39/PTH2R-System ist auch im limbischen System involviert → Emotionsregulation, olfaktorische Verarbeitung.

Wofür wird TIP39 erforscht?

  • Schmerzmodulation (pro-nozizeptiv)
  • PTH2R-Rezeptorbiologie
  • HPA-Achse-Regulation
  • Olfaktorische Verarbeitung
  • Limbisches System
  • PTH2R-Antagonisten als Analgetika

Wie ist der Forschungsstand?

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Wie lang ist die Halbwertszeit?

Kurz (Minuten). Nur in Tierversuchen charakterisiert.

Wie wird TIP39 in der Forschung angewendet?

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.t./i.c.v. TIP39 für Schmerzexperimente. PTH2R-Antagonisten (HYWH-TIP39 und andere) in Entwicklung. Kein Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Das PTH2R war lange ein Orphan-Rezeptor – obwohl PTH und PTHrP auch binden, tun sie dies mit unzureichender Affinität für einen physiologischen Liganden. TIP39 als hochaffiner endogener Ligand füllte diese Lücke und ist ein gutes Beispiel für Orphan-GPCR-Deorphanisierung.

Interessant ist die Diskrepanz: PTH1R (PTH-Rezeptor 1) ist ein Knochen-/Nierenrezeptor (Calciumregulation). PTH2R hat keine nachgewiesene Funktion in Knochen oder Niere – TIP39 ist ein Gehirn-Neuropeptid.

TIP39/PTH2R im Schmerzsystem

Schmerz → Thalamus SPF → TIP39-Neurone aktiviert
→ Absteigende TIP39-Projektion ins Hinterhorn
→ PTH2R auf spinalen Neuronen aktiviert
→ Gs → cAMP → PKA → erhöhte Erregbarkeit
→ Schmerzsensibilisierung (Hyperalgesie, Allodynie)

TIP39-KO-Mäuse: verringerte Schmerzsensibilität in Entzündungsmodellen. PTH2R-KO: ähnlicher Phänotyp.

TIP39 und Olfaktorische Prozessierung

TIP39 im accessorischen olfaktorischen System (Vomeronasalorgan-Projektion im Bulbus):

  • Feromon-Verarbeitung
  • Limbisches System-Modulation
  • PTH2R auf Projektionsneuronen des accessorischen olfaktorischen Bulbus

PTH2R-Antagonisten: Analgetisches Potential

Da TIP39 → PTH2R → Schmerzsensibilisierung, sollten PTH2R-Antagonisten analgetisch sein:

  • HYWH-TIP39 (modifiziertes TIP39 mit antagonistischen Eigenschaften)
  • Kleine Moleküle PTH2R-Antagonisten in präklinischer Entwicklung
  • Potenziell neuartige Analgetika ohne opioides Suchtpotenzial

Einschränkungen

Nur präklinische Daten. Rolle des TIP39/PTH2R-Systems beim Menschen noch weitgehend unbekannt. PTH2R-Antagonisten: frühe Forschungsphase. Selektivität gegenüber PTH1R essentiell (sonst Knocheneffekte).

STUDIEN

Welche Studien gibt es zu TIP39?

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